Vorgeschichte (1838–1869) Schon 1838, also drei Jahre nachdem die erste deutsche Eisenbahnstrecke von
Nürnberg nach
Fürth eröffnet wurde, beteiligte sich das
Landkommissariat Kirchheim am Aktienkauf für die geplante erste pfälzische Bahnstrecke von der
Rheinschanze nach Bexbach. Vor allem die in
Eisenberg ansässigen Industriebetriebe versprachen sich wirtschaftliche Vorteile von diesem Verkehrsmittel, obwohl der nächstgelegene Bahnhof der ein Jahrzehnt später eröffneten Strecke sich im mehr als 30 Kilometer entfernten Neustadt befand. Nachdem in der Pfalz, die zum
Königreich Bayern gehörte, in den folgenden drei Jahrzehnten weitere Bahnstrecken wie die
Pfälzische Maximiliansbahn Neustadt–
Wissembourg und andere eröffnet worden waren, fühlten sich die Gemeinden entlang des Eisbachtals verkehrsmäßig ins Abseits gedrängt. Am 7. August 1864 gründete sich das
„Eistal-Komitee“, das unter der Leitung des pfälzischen Industriellen
Carl von Gienanth stand. Es bemühte sich um eine Konzession für eine Bahnlinie, die in Grünstadt von der zwischen 1865 und 1873 eröffneten
Strecke Neustadt–Monsheim abzweigen, entlang des Eisbachs Eisenberg und von dort aus entweder nach Dreisen oder über
Alsenborn nach Enkenbach führen sollte. Ein entsprechendes Gesuch ging am 14. November 1865 an das bayerische Handelsministerium. Die Ablehnung folgte bereits zwei Wochen später.
Planung, Bau und Eröffnung des Abschnitts Grünstadt–Eisenberg (1869–1876) Erst Ende der 1860er Jahre wurden die Pläne konkretisiert. Da sich der Bahnbau zwischen Grünstadt und Eisenberg deutlich einfacher bewerkstelligen ließ als auf dem restlichen Streckenabschnitt, fiel 1869 der Beschluss, die Bahnlinie vorerst in Eisenberg enden zu lassen. Während des Streckenbaus mussten Erdbewegungen von insgesamt 153.800 Kubikmetern bewältigt werden. Außerdem wurden 56 Brücken beziehungsweise Durchlässe, eine Überführung und fünf Unterführungen erforderlich. Aufgrund der topografischen Verhältnisse musste die Bahnlinie hoch entlang des Gehänges errichtet werden, wodurch sich die Kosten für die Überquerung von Seitentälern erhöhten. Die insgesamt 9,7 Kilometer lange Bahnstrecke Grünstadt–Eisenberg wurde am 24. Juni 1876 eröffnet. Betreiber war die
Gesellschaft der Pfälzischen Nordbahnen, die für sämtliche pfälzische Strecken nördlich der
Ludwigsbahn zuständig war. 1887 erschien eine weitere Denkschrift, in der die Bedeutung einer Magistrale
Worms–Kaiserslautern–
Metz betont und die Fortsetzung der Strecke nach Westen als sinnvoll erachtet wurde. Die bayerische Regierung lehnte solche Pläne jedoch ab, da sie durch eine Vielzahl parallel zueinander laufender Strecken mit Konkurrenz zwischen diesen und somit mit Einnahmeverlusten rechnete. Die Ludwigshafener Eisenbahndirektion wurde zum 1. April 1937 aufgelöst; fortan war die
Reichsbahndirektion Mainz für die gesamte Strecke zuständig. Ende der 1930er Jahre nahm im Zuge der Errichtung des
Westwalls der Verkehr auf der bahnstrecke deutlich zu. Im
Zweiten Weltkrieg erlangte sie zudem
strategische Bedeutung. 1944 wurde der
Eistalviadukt im Zuge der Kampfhandlungen durch Bombenabwürfe in Mitleidenschaft gezogen, wodurch der Durchgangsverkehr zum Erliegen kam. Im selben Jahr wurde zwischen Asselheim und Albsheim an der Pfälzischen Nordbahn aus strategischen Gründen eine Verbindungskurve errichtet. Anders als ein halbes Jahrhundert zuvor geplant blieb eine direkte Verbindung an die
Bahnstrecke Worms–Grünstadt jedoch aus. Diese wurde nie befahren und nach dem Ende des Kriegs wieder abgebaut.
thumb|Bahnhof Enkenbach; eine Reaktivierung des Abschnitts zwischen Eiswoog und Enkenbach scheiterte Ein Jahr später, am 28. Mai 1995, folgte der Streckenabschnitt von Eisenberg nach
Ramsen. Am 12. August 2001 wurde der Abschnitt bis zum neuen Haltepunkt Eiswoog, der sich östlich des
Eisbachtal-Viadukts befindet, verlängert. Der gleichnamige
Woog hatte zwar bis zur Einstellung des Personenverkehrs 1976 bereits einen Haltepunkt, jedoch befand sich dieser westlich des Viadukts. Die Durchbindung der Züge bis nach Eiswoog findet jedoch nur an Sonn- und Feiertagen statt, nahezu ausschließlich für den Ausflugsverkehr. Im selben Jahr wurde der Güterverkehr, dessen Bedeutung immer weiter zurückgegangen war, eingestellt. 2002 wurde im Bahnhof von Eisenberg wieder eine Kreuzungsmöglichkeit für Personenzüge geschaffen, um einen verdichteten Fahrplan einführen zu können. Über eine Reaktivierung des Abschnitts Eiswoog–Enkenbach wurde ein Wirtschaftlichkeitsgutachten erstellt. Die Reaktivierung des restlichen Streckenabschnitts scheiterte vor allem an den zu erwartenden hohen Kosten für die Sanierung des Eisbachtal-Viadukts, des Dreibrunnertal-Viadukts und des Stempelkopf-Tunnels. Somit entfielen Pläne, anlässlich der
Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Züge über die Eistalbahn zum
Austragungsort Kaiserslautern einzusetzen. Zudem will die Gemeinde
Enkenbach-Alsenborn einen Teil der Bahntrasse verkaufen. Ebenso würde eine Beibehaltung der Strecke den Bau einer geplanten Umgehungsstraße erschweren. Ferner soll die Überführung über die
Alsenztalbahn abgerissen werden. Die Trasse soll entweder in einen
Radwanderweg umgewandelt werden oder einem
Draisinenverkehr nach dem Vorbild der
Glantalbahn und der
Bahnstrecke Germersheim–Landau dienen. == Verlauf ==